Montag, 7. April 2008

Liebe Studierende,

ich verfolge Ihre Posts mit Interesse und möchte mich zu einigen Punkten aus Ihren Posts kurz äussern: Sie haben den Text von Herz einerseits als engagiert und hilfreich empfunden, andereseits empfinden Sie ihn als zu idealistisch, vielleicht sogar polarisierend. So scheint mehrfach die Frage auf, inwiefern Herz Vorschläge auch tatsächlich in der Schulpraxis umgesetzt werden können. Herz' formulierte Handlungsvorschläge stellen sicherlich eine Herausforderung dar für die Schul- und Vorbereitungspraxis. Es geht wohl nicht darum, dass die genannten Vorschläge in Ihrer Gesamtheit verwirklicht werden, sondern der eine oder andere Punkt kann Ihnen helfen, die Nachhaltige Bildung ganz konkret in Ihrer Arbeit einzubauen. Es sind Visionen und Ideale, die er formuliert, lassen Sie sich davon nicht abschrecken - jedoch sollen sie langfristig keine Visionen bleiben, sondern einen selbstverständlichen Platz in der Praxis einnehmen.

Aus Ihren Blogbeiträgen scheint manchmal eine strukturelle Unsicherheit bezüglich BNE heraus, welche ich noch klären möchte: Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist kein Thema, welches als solches in der Schule unterrichtet werden kann, sondern eine Strategie oder ein Konzept (Frau Küenzli hat es heute ein interdisziplinäres Bildungsangebot genannt), Themen der Nachhaltigen Entwicklung in den "herkömmlichen" MU-Unterricht zu integrieren... also z.B. beim Thema Schokoloade neben den klassischen Inhalten auch die Frage der Akteure, der marktwirtschaflichen Verflechtungen, des Fair Trades usw. einbauen. Hier spielen die spezifischen Teilkompetenzen und didaktischen Prinzipien - welche Sie übrigens gut und umfassend aus dem Plakat Abfall herausgelesen haben - eine zentrale und tragende Rolle.

Freundliche Grüsse, Michael Zahner

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