Gerade gestern habe ich im Kassensturz gesehen, wie verschiedene Schokoladenpulver in ihrem Geschmack getestet wurden. Da ich sehr gerne jeweils am Abend oder nach einem langen Skitag noch eine heisse Schokolade trinke, hat mich dies auf die Idee gebracht, einmal nachzuforschen, woher das Schokoladenpulver für die Milch eigentlich kommt. Um Missverständnise schon im vorherein zu beseitigen, nehme ich einmal die Caotina als Beispiel.
Das Pulver besteht ja grösstenteils aus Kakaopulver. Dieses wird aus den Kakaobohnen gewonnen. Die Bohnen stammen vom Kakaobaum, der nur in tropischen Verhältnissen wächst. Ich nehme nun also einmal an, dass die Bohnen aus Afrika stammen. Dort müssen die Menschen die Kakaofrucht von Hand ablesen, die Bohnen aus der Schale lösen und zugedeckt gären lassen, damit sie den uns bekannten Geschmack entwickeln. Dabei wird vorallem die Sonnenenergie als eine natürliche Energiequelle genutzt.
Sind die Bohnen getrocknet, werden sie auf das Schiff verfrachtet und an entsprechende Unternehmen verkauft. Die weltweite Produktion wird dabei für Europa vorallem von London und Amsterdam aus gesteuert. Wurden die Bohnen schliesslich von Unreinheiten bereinigt, müssen sie geröstet werden. Dabei wird vorwiegend Energie in Form von Wärme benötigt. Um die gewünschte Wärme zu erzeugen werden die dazu benötigten Maschinen mit Strom betrieben. Ist dies alles geschehen, werden die Bohnen schliesslich maschinell gewalzt.
(www.chocoland.ch/herstellung.php)
Nun muss das dadurch entstandene Kakaopulver aber noch mit anderen Nahrungszusätzen gemischt werden, damit das Caotinapulver entsteht. Das Mischverfahren findet hier in der Schweiz statt. Dabei werden noch Zucker, Schokolade und andere Zutaten beigefügt. Nun darf nicht vergessen werden, dass das Pulver jetzt in Caotina-Büchsen abgefüllt werden muss. Ist dies maschinell getan, werden die Büchsen mit dem Lastwagen in die entsprechenden Filialen in der ganzen Schweiz gebracht. Als Kundin gehe ich nun in den Laden, kaufe eine Büchse und geniesse zu Hause die heisse Schokolade.
Betrachte ich den gesamten Weg von der Kakaobohne bis zum Caotina-Schokopulver aus der Sicht der Umwelt, komme ich auf folgende Erkenntnisse. Das Pflücken und trocknen in Afrika benötigt eigentlich nur natürliche Ressourcen, die dem Klima keinen Schaden zufügen. Allerdings ist der anschliessende Transport mit dem Schiff nicht mehr so Umweltbewusst, da es sich nicht um Segelschiffe handelt, sondern um motorbetriebene Frachter. Diese benötigen Benzin um im Wasser voran zu kommen. Nun müssen wir auch den Weg von London bis zu uns in die Schweiz einberechnen. Dies bedeutet, dass die Fracht mit Flugzeug und Lastwagen oder Bahn zu uns gelangt. Also auch ein Benzin- oder Stromverbrauch, der nicht zum Schutz der Umwelt beiträgt. Dies ist aber noch nicht alles. All die Maschinen, die für das Bearbeiten der Bohnen benötigt werden, sind strombetrieben. Nun ist Strom zwar besser als Benzin aber dennoch nicht sehr klimaschonend (denken wir an die radioaktiven Abfälle der AKWs). Ebenso wird für den Lastwagentransport in die einzelnen Filialen Benzin benötigt, was zu CO2 Ausstoss führt.
Nach dieser Erkenntnis dürfte ich eigentlich keine Schokolade mehr trinken und schon gar nicht daran denken, dass ich dazu ja auch noch aufgewärmte Milch benötige. Sehr wahrscheinlich werde ich diese "Leidenschaft" allerdings nicht kampffrei aufgeben :-).
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3 Kommentare:
Hallo
Ich trinke auch gerne Schokolade und dein Bericht fand ich sehr interessant.
Leider wachsen bei uns keine Kakaopflanzen, daher müssen wir die Produkte aus dem Ausland beziehen. Das Selbe gilt auch für unsere berühmte Schokolade, wir müssen die gerösteten Bohnen ebenfalls einführen (und das sind pro Jahr nicht wenige Tonnen). Trotzdem finde ich es gut, dass die Bohnen mit dem Schiff über die Weltmeere transportiert werden, da dies eine der umweltfreundlichsten Transportmethode ist. Ein Segelschiff könnte die Ladung nicht tragen und wäre zu teuer, da mehrere Schiffe eingesetzt werden müssten.
Ich denke, wir Schweizer und Schweizerinnen können nicht auf Schokolade verzichten, daher sollte beim Bohnentransport auf die Umwelt geachtet werden.
Hallo!
Hm, Schokolade ist auch eine meiner Leidenschaften allerdings besonders in Schoggieiliform - deshalb habe ich mich ebenfalls darüber informiert und stimme mit vielem was du schreibst überein.
Allerdings: bist du wirklich überzeugt, dass bis zum Transport der Umwelt kein Schaden zugefügt wird?
- die Pflanzen müssen möglichst viel Ertrag abwerfen. Ich nehme an, das bedeutet sowohl den Einsatz von maschinellen Geräten als auch den Gebrauch von Pestiziden.
- zum Trocknen wird zwar vor allem Sonnenenergie verwendet, es ist aber auch möglich, die Kakaomasse mit Heissluft zu trocknen
Bei der Recherche nach noch mehr umweltschädlichen Elementen für die Phase vor dem Einschiffen stiess ich noch auf folgende doch ziemlich erschreckende Information: in Afrika werden bis zu 200 000 Kinder zur Arbeit auf Plantagen gezwungen... na ja, immerhin arbeiten die ohne unser Klima zu belasten.
(übrigens: das soll weder ein persönlicher Angriff noch eine Bagatellisierung sein!! – aber eine Provokation... ich denke auch moderne Technologie ist nicht immer nur schlecht.)
(Quelle: http://www.theobroma-cacao.de/wissen/wirtschaft/kakaoanbau/auf-der-plantage/ 6.3.2008, 22.30 Uhr)
Anro 05C
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